Alles muss man selber machen: Neue Märkte für Freie Journalist:innen

Wir wissen alle, dass Freie Journalist:innen Qualitätsjournalismus überhaupt erst möglich machen. Klar ist allerdings auch, dass freie journalistische Arbeit nur selten angemessen honoriert, dafür aber umso drastischer entwertet wird.

Weil wir das nicht länger hinnehmen wollen, haben wir sogar aufgehört zu schreiben und investieren unsere ganze Energie jetzt in ein plattformbasiertes Ökosystem von und für Freie Journalist:innen. Vorläufiger Arbeitstitel: Sharinx. Wer mag, kann ihn aber auch gerne als künftigen nom de guerre verstehen. Denn wir machen Sharinx, weil wir wollen, dass Freie von anständiger Arbeit auch anständig leben können.

Achtung, Gatekeeper!
Schließlich sind Medienhäuser und Verlage nicht nur die Torwächter auf dem Weg zu Ruhm und Ansehen. Als Verwerter:innen journalistischer Arbeit entscheiden sie vor allem auch über den Zugang zu Markt und Öffentlichkeit, während der branchenweite Konzentrationsprozess unter dem Strich dazu führt, dass Urheberrechte entwertet und Nutzungsrechte maximiert werden.

Freie zwischen allen Stühlen
Weil die Gatekeeper hinter ihren Toren trotzdem immer weniger zu bieten haben und keine alternativen Erlösquellen in Sicht sind, finden sich Freie zunehmend zwischen allen Stühlen wieder: Das ehemalige Brot-und-Butter-Geschäft wirft immer weniger ab und atypische Verwerter wie Verbände, Stiftungen, Unternehmen, NGO oder Einrichtungen der Öffentlichen Hand kommen meist nicht in Frage, weil ihr Regelwerk die direkte Kooperation mit Freien nur selten zulässt. Was bleibt, ist die Einsicht, dass es zwischen den Stühlen auf Dauer ungemütlich wird.

Raus aus dem engen Markt
Es geht aber auch anders. Schließlich schöpft Freier Journalismus sein publizistisches Potenzial vor allem aus der perspektivischen Vielfalt seiner Autor:innen – und die ist nach wie vor sehr gefragt, selbst wenn sie immer öfter im Flaschenhals margenschwacher verlegerischer Geschäftsmodelle stecken bleibt. Was Freie Journalist:innen deshalb dringend brauchen, ist ein Verwertungsmodell, das ihre Leistung auf die Straße bringt und ihr publizistisches Potenzial in seiner ganzen Vielfalt auf allen relevanten Kanälen verfügbar macht.

Rein ins Vergnügen
Genau deshalb sind wir wild entschlossen, ein plattformbasiertes Ökosystem auf die Beine zu stellen, das die relevanten Märkte für Freie Journalist:innen abbildet, neue Publikationskanäle entwickelt und Freie dabei unterstützt, zusätzliche Erlösquellen zu erschließen. Sicher ist, dass vernetzungs- und communityorientierte Strategien dabei ebenso ein Rolle spielen werden wie Mehrfachverwertung und neue Publikationskanäle.

Eine Lösung,
die freien Autor:innen die direkte Zusammenarbeit mit Organisationen ermöglicht, die eigentlich nur juristische Personen als Geschäftspartner akzeptieren, gibt es bereits. Der Grundstein für attraktivere Erlöse wäre damit immerhin schon mal gelegt.